Geschichte unseres Freibades

Wie schon der Heimatforscher O. Sickel 1850 schrieb: „Wer vom Heidehaus am Ölberg stehend das Dorf Großfurra zum ersten Mal sieht, wie es inmitten seiner reichen Obstgärten auf den sanft abfallenden Abhängen der Hainleite hingestreckt in seiner Breite füllt, wird beim Anblick dieses lieblichen Bildes einen Ausruf frohen Staunens nicht unterdrücken können."

Und inmitten  dieses  schönen Dorfes befindet sich unser wunderschönes Freibad von Großfurra.

Es ist nicht selbstverständlich, dass unser Ort ein Freibad hat. Denn es ist den Bürgerinnen und Bürgern von Großfurra zu verdanken, die dazu beigetragen haben, dass im Jahr 1972 das Bad eröffnet werden konnte.

Erste Gedanken zum Bau einer Badestelle gab es bereits im Jahr 1952. Im sogenannten Volkswirtschaftsplan hatte man darüber nachgedacht, den Bau an der Wipper vorzunehmen. Dieser Gedanke wurde aufgrund des salzverschmutzten Wassers schnell verworfen. Auch die Bauplanvariante unterhalb des Schützenplatzes wurde verworfen, weil es dort zu kalt und zu schattig war.

So entschied man sich dann im Jahr 1965 für den Standort im Kämmergarten. Nach der Bildung eines Schwimmbadkomitees unter der Leitung von Franz Laube wurde mit der Planung und den Arbeiten zum Bau eines Schwimmbades begonnen. Der erste Spatenstich erfolgte noch im gleichen Jahr.

Viele Zweifler gab es gerade zu diesem Objekt. Durch den Einsatz aller gesellschaftlichen Kräfte der Gemeinde gelang es aber, die Mehrheit der Bürger zu interessieren und zur aktiven Mitarbeit zu gewinnen. Die Straßenvertrauensleute des Ortsausschusses der „Nationalen Front" hatten eine große Bewährungsprobe zu bestehen. Es gelang, dass in allen 17 Straßen aktiv gearbeitet wurde, um über eine große Tombola die ersten notwendigen Geldmittel zum Einsatz der Technik aufzubringen und die freiwilligen Arbeitsverpflichtungen der Bürger zu erfassen und zu registrieren. Die Tombola sollte die ersten Finanziellen Mittel für den Einsatz technischer Geräte erbringen. Ca. 70 % aller Familien des Ortes kauften die Blätter des NAW im Ort mit einem Wert von 5 Mark pro Karte. Es wurden aber in der Regel alle im Gesamtwert von 50 Mark gekauft. Die damaligen zentralen Beschlüsse gaben auch dem Kalibergwerk eine nicht geringe Möglichkeit, sich an diesem doch für unsere Gemeinde großen Bauobjekt zu beteiligen. Auch die anderen Betriebe der Umgebung, besonders die LPG beteiligten sich. Nach der Wiedervereinigung waren noch einige Tausend Mark Schulden für geleistete Hilfe des Kaliwerkes offen. Glücklicherweise wurden die Schulden von der Leitung des Werkes in deren Sozialfonds übernommen, womit unser Bad schuldenfrei war.

Zugleich gab es aus der gesamten Bevölkerung viele Arbeitsverpflichtungen zur Unterstützung des Badbaus. 70.000 Arbeitsstunden, tausend freiwillige Stunden in der Vorbereitung und Planung.

Es wurde ein Wert von ca. 2 Mio. Mark von Großfurra für Großfurra geschaffen.

Dank des großen Einsatzes aller Beteiligten konnte im Juli 1972 unser schönes Freibad mit einem integrierten Nichtschwimmerbecken mit einer Größe von 25 x 50 m und zwei 1 m sowie einem 3 m-Sprungturm eröffnet werden.

1974 wurde zusätzlich ein Planschbecken für die Jüngsten gebaut.

Im Jahr 1988/1989 wurde neue PVC-Folie eingebracht, wobei nochmals mehr als 2000 Arbeitsstunden geleistet wurden.

Das Freibad war nicht nur für die Familien aus unserem Ort eine Begegnungsstätte. Auch Familien aus den Nachbarorten, die Kinder vom Ferienlager Straußberg kamen gerne hierher. Auch die Schule von Großfurra nutzte das Freibad zum Schwimmunterricht.

Bereits im Juli 2003 wurden durch die Stadt Sondershausen die Öffnungszeiten gekürzt. Das Bad war im Juli und August täglich von 14 bis 19 Uhr und in den Ferien von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Es zeichnete sich ab: Das Freibad in Großfurra soll geschlossen werden. Der berühmte Satz von Herrn Kreyer, Bürgermeister der Stadt Sondershausen lautete: „Leute von Großfurra, gründet einen Verein."

Es folgten zahlreiche Zusammenkünfte und Sitzungen eines Freundeskreises unter der Leitung von Frau Jutta Jürgens, ehemals Hutmacher. Die große Beteiligung an der Informationsveranstaltung über die Zukunft des Freibades am 26.05.2003 zeigte, dass den Bürgern von Großfurra das Bad am Herzen liegt.

Und so steht seit dem Jahr 2004 das Freibad unter der Schirmherrschaft des Badesportvereins Großfurra e. V. Unter der Leitung von Jutta Jürgens wurde der Verein gegründet. Im Jahr 2006 übernahm Frau Sabine Trute für 5 Jahre den Vorsitz. Seit 2011 ist Herr Detlef Wiegel der Vereinsvorsitzende. Alle Vorstands- und Beiratsmitglieder haben einen enormen Beitrag geleistet. Jedoch ist der Verein nicht halb so viel Wert, wären da nicht unsere Mitglieder.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Aufgaben auf den Verein zu, die mit großem Fleiß und vor allem mit Liebe zum Bad gerne erfüllt wurden. Die Vorbereitungen der Badesaisons, die anfallenden Wartungs-, Pflege- und Instandhaltungsarbeiten, die Erfüllung von Dienstleistungen für die Stadt Sondershausen und die Pflege der Außenanlagen erfolgen durch unseren Vorstand und Beirat, unsere Mitglieder sowie Freunde des Badesportvereins. An dieser Stelle sei auch unseren fleißigen Rentnerinnen und Stammkräften für ihre tatkräftige Unterstützung herzlich gedankt.

In Zusammenarbeit mit anderen Vereinen unserer Gemeinde und der Stadt Sondershausen organisieren wir zu Gunsten des Freibades Großfurra immer wieder Veranstaltungen, die mittlerweile Traditionscharakter haben.

So auch unser Vereinsfest, das mit vielen Attraktionen für Groß und Klein, mit Auftritten teilnehmender Vereine und des Kindergartens aus Großfurra viele Besucher in das Schwimmbad lockt.

Das 24-Stunden-Schwimmen ist eines der größten Höhepunkte seit Bestehen des Vereins und es verzeichnet stetig steigende Teilnehmerzahlen. Somit ist es zu einem attraktiven, bedeutenden Ereignis für den Breitensport in unserer Region geworden. An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren und ortsansässigen Firmen für die wertvolle Unterstützung unseres Vereins.

Der Badesportverein ist eine wichtige Plattform für das bürgerschaftliche Engagement und das Gemeinwohl geworden. Die geleisteten ehrenamtlichen Arbeitsstunden zur Werterhaltung, Geländepflege und –reinhaltung sowie zur Absicherung des Badebetriebes sind ein stolzes Beispiel dafür. Aber auch die intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen, Schulen, Kindergärten und Institutionen sind Ausdruck dafür, wie aktiv und vernetzt der Badesportverein arbeitet.

All unser Bemühen gilt einzig und allein dem Erhalt und der Verschönerung unseres Freibades in Großfurra. Die großzügige Wiese mit Bäumen als Schattenspender an heißen Tagen, das Fuß- und Volleyballfeld, der kinderfreundliche Spielplatz und natürlich das frische Quellwasser in unseren Schwimmbecken laden zum Wohlfühlen und Verweilen ein.

Im Jahr 2011 hat der Verein sogar den Ehrenamtspreis erhalten und wurde für den Deutschen Engagementpreis 2010 vorgeschlagen.

Mit Ideenreichtum und aktivem Einsatz unserer Mitglieder haben wir im Jahr 2011 eine Anlage zur ökologischen Wassererwärmung auf dem Technikgebäude installiert. Damit soll das nachfließende frische Quellwasser von 10 °C auf 20 °C vorgewärmt werden.

Im Jahr 2012 hat das Freibad unter der finanziellen Federführung der Stadt Sondershausen eine neue Beckenfolie erhalten. Die reparaturbedürftige Folie hat immer wieder zu Wasserverlusten geführt, die es galt auszugleichen. Ein hoher Aufwand, der mit der neuen Folie nun nicht mehr nötig ist. Durch die Unterstützung der ortsansässigen Vereine wurde die Folie entfernt und notwendige Grundreparaturen im Becken vorgenommen. Eine Fachfirma aus dem Kyffhäuserkreis hat den Einbau der neuen Beckenfolie in Zusammenarbeit mit unserem Verein durchgeführt. Hierfür unser herzlicher Dank an alle Helfer.

Die Badesaison 2013 hat es gezeigt: das Wasser hatte eine einwandfreie (beanstandungsfreie) Qualität und die Temperaturen in den Monaten Juli und August betrugen zwischen 22 °C und 24 °C. Die Besucherzahlen im Jahr 2013 stiegen auf ein neues Rekordniveau.

Im Jahr 2014 wurden viele Investitionen getätigt. Diese dienten der Sanierung des Kassenhäuschens, der teilweisen Sanierung von WC-Anlagen, der Umbau der Wirtschaftsräume des Vereins.Die neue Wasserrutsche im Freibad bereitete unseren Badegästen eine Menge Freude und Spaß.


Wir hoffen, dass wir in unserem Freibad in Zukunft viele Besucher begrüßen dürfen, wie in diesem Jahr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in dem wunderschönen - einst von Großfurra für Großfurra gebaute – Freibad!

Odette Knorr